Was machen eigentlich Therapiehunde?

09.08.2020 20:06

Therapiehunde haben nichts mit Assistenzhunden zu tun, die Aufgaben für ihre Halter übernehmen oder sie unterstützen. Ein Therapiehund unterstützt viel mehr den Therapeuten in der Arbeit mit seinen Patienten. 

Wo werden Therapiehunde eingesetzt? 

Therapiehunde sind Hunde die im Rahmen einer Psychotherapie, Ergotherapie, Physiotherapie oder Heilpädagogik eingesetzt werden. Sie unterstützen die Therapeuten im Umgang mit ihren Patienten, sind sozusagen die Brücke zur Kommunikation. Hunde wirken stressmindernd auf Menschen und haben sogar eine nachgewiesene blutdrucksenkende Wirkung.  

Therapiehunde werden bei der Rehabilitation von Sprachstörungen, Spastiken, Demenz, Depressionen und Schizophrenie eingesetzt und wirken sich positiv auf Herzinfarktpatienten aus. 

Welcher Hund eignet sich als Therapiehund? 

Es gibt keine Einschränkung bestimmter Rassen jedoch kann man behaupten, dass einige Hunderassen einen gewissen Grundcharakter, ein offenes und freundliches Wesen mitbringen. So eignen sich z.B. besonders Malteser, Pudel, Bernhardiner, Labradore oder Golden Retriever. 

Bei der Arbeit kann es zu lauten Schreien, hektischen Bewegungen und unsanftem Anfassen kommen. Hier dürfen die Therapiehunde kein ängstliches oder sogar aggressives Verhalten zeigen. 

Ausbildung von Therapiehunden 

Es gibt keine einheitlichen Vorgaben für die Ausbildung von Therapiehunden. So gibt es Anbieter die lediglich ein paar Wochenendkurse für ausreichend ansehen und Anbieter die eine wesentlich längere Ausbildungsdauer veranschlagen. 

Eine gute Ausbildung braucht Zeit – Ihr habt euren Beruf auch nicht in einem Wochenendkurs gelernt. 

Auch für die Inhalte der Ausbildung gelten keinerlei Vorgaben. Meist umfasst die Therapiehundeausbildung einen theoretischen und einen praktischen Teil. Die Theorie umfasst z.B. die Kynologie, Soziologie und Rechtsgrundlagen für die spätere Arbeit mit dem Hund. Im praktischen Teil geht es um den Grundgehorsam, die Arbeit mit Hilfs- und Therapiemitteln sowie die Umweltsozialverträglichkeit. Von den meisten Ausbildungszentren wird jedoch schon eine Begleithundeausbildung oder ähnliches vorausgesetzt. 

In guten Ausbildungsstätten ist es üblich, dass ein ausgebildeter Hund zum Einsatz kommt. Beim sogenannten tradieren lernen die „Azubis“ von ausgebildeten Hunden wie auch Welpen von ihren Elterntieren oder älteren Artgenossen lernen. 

Kosten für eine Therapiebegleithundeausbildung

Die Kosten bewegen sich meist zwischen 1500,- Euro und 2000,- Euro. 

Bei seriösen Anbietern findet jedoch ein Eignungstest vor Beginn der Ausbildung statt.