Ihr neuer Freund ist eingezogen. In der Regel geben Züchter ihren Welpen bereits nach der Geburt einen Namen. Der erste Wurf bekommt Namen, die mit dem Buchstaben „A“ beginnen, der zweite Wurf beginnt mit „B“ und so weiter. Ein Hund aus dem Tierheim hat irgendeinen Namen, den die Tierschützer passend fanden. Kein Name ist in Stein gemeißelt und Sie dürfen Ihren Hund nennen, wie Sie möchten. Dabei gibt es allerdings ein paar Dinge zu beachten.

Etwas hündische Wahrnehmungspsychologie

Hunde haben nicht etwa das „bessere“ Gehör als wir Menschen. Sie nehmen Geräusche in derselben Lautstärke wahr. Dennoch gibt es zwei wichtige Unterschiede: Hunde haben ein breiteres Spektrum von Frequenzen. Sie können sehr tiefe Töne hören, die wir überhaupt nicht wahrnehmen und sind auch im oberen Frequenzbereich im Vorteil. Das beste Beispiel ist die Hundepfeife, die uns lautlos erscheint, für unseren Hund jedoch deutlich hörbar ist.
Der zweite Unterschied: Durch die Beweglichkeit ihrer Ohren sind Hunde besser in der Lage, die Richtung zu orten, aus der ein Geräusch kommt. Und sie lernen, unwichtige Laute schlichtweg zu ignorieren. So schläft ein Hund beispielsweise in aller Ruhe, obwohl der Fernseher die Wohnung beschallt oder eine Gesellschaft munter lacht und quatscht. Geht aber der Kühlschrank auf oder die Fahrradklingel des Postboten ertönt, sind sie schlagartig hellwach.
Sollte Ihr Hund nicht erwartungsgemäß auf seinen Namen reagieren, könnte es daher zwei Gründe haben: Die Frequenz Ihrer Stimme ist für ihn alltäglich geworden: Erhöhen Sie keinesfalls Ihre Lautstärke, sondern lediglich die Tonlage und vermeiden Sie, dass auch nur ein Hauch von Ärger oder Ungeduld mitschwingt. Ihr Hund verbindet mit dem Klang seines Namens stets eine positive Erwartung: Ein freudiges „fein!“, ein Streicheln oder ein Leckerli.
Womit wir beim zweiten Grund wären: Sie könnten den Namen Ihres Hundes „abgenutzt“ haben und er interessiert sich nicht mehr dafür. Ihr Hund hört ganz einfach nicht mehr hin, weil sein Name in der gewohnten Geräuschkulisse untergegangen ist. Dann ist Ihre Disziplin gefragt: Rufen Sie Ihren Hund nur dann bei seinem Namen, wenn Sie tatsächlich seine Aufmerksamkeit wollen.

Wie soll er denn nun heißen?

Hunde nehmen eher den Klang eines Namens wahr, als dessen Bedeutung. Um ihn sich merken zu können, braucht der Name eine gewisse Länge. Eine Silbe ist zu kurz, drei Silben schon zu lang, ideal sind zwei Silben.
Am besten nehmen Hunde Vokale (a, e, i, o, u) wahr. Ein Zischlaut am Anfang erhöht die Aufmerksamkeit, muss aber nicht zwingend sein.

Jetzt kennen Sie alle Bausteine, die ein Hundename haben muss und Sie können Ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Ob Maxi, Sonja oder Emma, Maja, Michi oder Paula … lernen Sie Ihren Liebling kennen und entscheiden Sie dann.
Etwas gibt es allerdings auch noch zu bedenken: Der Klang des Namens muss einzigartig sein. Haben Sie beispielsweise eine Katze namens „Tabby“, ergibt es wenig Sinn, Ihren Hund „Teddy“ zu nennen. Heißt Ihre Tochter „Ronja“, wäre der Name „Sonja“ ungünstig. Auch Konflikte mit Befehlen sollten Sie vermeiden: „Sitz!“ und „Fritz“ vertragen sich ebenso wenig wie „Lass’ das!“ und „Asta“.
Noch eine psychologische Bemerkung: Selbstverständlich „müssen“ Sie den Namen Ihres Hundes nicht ändern, wenn er Ihnen gefällt. Eine Ausnahme bilden Tiere aus dem Tierschutz. Meistens wissen Sie nicht, welche Vergangenheit Ihr Hund hat, ob er schlechte Erfahrungen oder gar traumatische Erlebnisse hinter sich hat. In solchen Fällen ist eine Namensänderung für den Hund eine spürbare Erlösung.

Werden Sie ruhig kreativ!